Uraltone – Hochwertige Effektbausätze aus Finnland

Ich habe heute einen Tipp für Selbstbauer und solche, die es werden wollen.

Die finnische Firma UralTone stellt eine ganze Menge cooler Effektbausätze her.

Ich selber habe über die letzten Jahre eine Handvoll verschiedener UralKit-Pedale zusammen gebaut, und muss sagen, dass alle Bausätze von höchster Qualität sind. Die Anleitungen sind reichlich bebildert und sehr ausführlich. Solang man einigermaßen löten kann, ist so ein Bausatz in zwei, höchstens drei Stunden erfolgreich zusammen gebaut.

Mir haben es besonders die Fuzzpedale von UralKit angetan, von denen die meisten vom finnischen Fuzz-Guru, J. Paasonen (Otsola Fuzz), konzipiert worden sind.

Hier ein paar Videos, die die Sounds einiger UralKit-Pedale vorführen:

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Testbericht: Harley Benton DC-60 Junior

Hier ein Gitarrendemo, welches auf dem Who-Klassiker „Baba O’Reilly“ basiert.
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• Alle Gitarrenspuren wurden mit der Harley Benton DC-60 Junior aufgenommen (Setup und Saiten im Werkszustand)
• Gitarrenverstärker: Bluetone Shadows Jr (handgebauter finnischer Kombo) & Juketone True Blood (chinesischer Point-to-Point Tweed Champ Klon)
• Es wurden keine Effektpedale benutzt
• Mikrofon: Shure SM57
• Audiointerface: Universal Audio Volt 2

„Preisgünstig, aber gut – gibt’s sowas wirklich?“ ist eine Frage, die wir Gitarristen uns im Zeitalter der Billiggitarren und Versandhausmarken immer öfter stellen. Auf dem Papier sehen viele dieser supergünstigen Instrumente zum Anbeißen verlockend aus, aber wird da mehr versprochen, als zu den Niedrigpreisen wirklich gehalten werden kann?

Ich bin ein großer P-90-Fan, und stehe besonders auf die Junior-Modelle aus den 1950ern und 60ern des Hauses Gibson. Also beschloss ich „ins tiefe Wasser zu springen“, und einfach die Harley Benton DC-60 Junior von Thomann zu bestellen, um Genaueres heraus zu finden.

Die DC-60 Junior ist Harley Bentons Kopie einer Gibson SG Junior (oder TV, wenn sie weiß ist) aus den frühen Sechzigern. Je nach gewähltem Finish kostet dieses Modell zwischen 160 und 200 Euro.

Diese Harley Benton hat einen eingeleimten Hals und einen Korpus aus philippinischem Meranti (ein Mahagoni-ähnliches Holz).

Der Korpus der DC-60 Junior ist ca. 4 mm dicker als der des Originals. Harley Benton hat die Hörner ihres Modells auch leicht gegenüber dem Original modifiziert, um „Ärger“ mit Gibson Guitars zu vermeiden. Die klassische Pelham Blue Metallic-Lackierung ist sehr sauber ausgeführt.

Das Griffbrett der DC-60 Junior ist aus Amaranth – auch als Purple Heart bekannt – gefertigt. Es wirkt ab Werk etwas trocken.

Die 22 mittelgroßen Bünde sind sauber eingesetzt und gut nachbearbeitet. Die Gitarre war direkt aus dem Paket gut bespielbar. Der Griffbrettradius ist mit 350 mm/14 Zoll sehr Bending-freundlich.

Auf der Wirbelplatte finden sich anständig funktionierende Wilkinson-Stimmmechaniken mit weißen Plastikknöpfen im Vintagestil.

Die Volute – also die Verdickung am Übergang von der Kopfplatte zum eigentliche Hals – ist ein Gibson-Merkmal aus den Siebzigern, welches einem Abbrechen der Kopfplatte bei kleineren Stürzen vorbeugen soll.

Die Harley Benton DC-60 Junior bietet ein sehr sinnvolles Update als Standard:

Originale SG Juniors kamen die ersten zwei Jahre mit unkompensierten Wraparound-Brücken, und danach mit Wraparounds mit kleinen Stüfchen, die die Oktavreinheit voreingestellt haben. Die Oktavreinheit kann bei solchen Brücken nur ungefähr eingestellt werden, in dem man die Schrägstellung der Brücke mit den eingelassen Madenschrauben verändert.

Die Brücke dieses Harley Benton Modells ist eine wertige WSC-Partsland-Kopie einer Leo Quan Badass Brücke, die in den 1970ern gerade für Gibson Junior und Special Modelle entwickelt worden ist. Eine Badass-Brücke kombiniert die Vorteile einer Wraparound-Brücke (direkte Saitenansprache) mit den einzelnen Saitenreitern einer Gibson Tune-o-matic.

Einige andere Tester beklagen sich im Internet, dass diese Badass-Kopie unbequem scharfkantig unter der Hand liegt. Mir persönlich gefällt diese Brücke sehr gut, und ich habe keine Probleme mit dem Dämpfen.

„Junior“ bedeutet in der Gibson-Nomenklatur eine Elektrogitarre mit nur einem P-90-Tonabnehmer in Brückennähe.

Bei der DC-60 Junior handelt es sich um einen Roswell P-90 auf Basis von Alnico V Magneten. Der P-90 ist ein breiter, aber flacher Einspuler, der generell einen fetteren Sound anbietet, als man es zum Beispiel von einem typischen Stratocaster-Tonabnehmer gewohnt ist.

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Der Hals der Harley Benton DC-60 Junior liegt schön rund und vergleichsweise fett in der Hand. Das Halsprofil würde ein Gibson-Fan mit „1959er Profil“ bezeichnen. Einige bevorzugen auf SGs (und ihren Kopien) etwas flachere Hälse, aber mir gefällt’s; und für den Klang und das Sustain ist ein dickerer Hals auch gut.

Die Bespielbarkeit der DC-60 Junior ist Dank der guten Bundierung und brauchbaren Werkseinstellung „schnell“ und bequem.

Ein Minus erhält diese Gitarre aber doch von mir:

Durch einen marginal größeren Halswinkel ist der Tonabnehmer doch sehr weit von den Saiten entfernt (s. Bild weiter oben), was zu einem sehr dünnen und vergleichsweise leisen Output führt.

Ich habe, nachdem ich die Bilder für diesen Test gemacht hatte, den P-90 mit speziellen Unterlegern – sogenannten Shims – um 3,5 mm angehoben. Man bekommt solche Dogear-Shims im Fachhandel (z. B. Thomann), und der Einbau ist auch für Laien sehr einfach:

Man lockert (oder entfernt) zuerst die Saiten. Danach schraubt man den Tonabnehmer samt Kappe ab. Der Tonabnehmer wird dann durch den (oder die) Shim-Unterleger hindurch „gefädelt“, und zum Schluss wird der ganze Packen wieder an die Gitarre geschraubt.

Zumindest bei meiner DC-60 Junior waren die Schrauben für den P-90 sehr kurz, weshalb ich nach dem „Hochlegen“ längere Schrauben gleicher Dicke benutzen musste.

Wir hatten durch Zufall im Musikladen, in dem ich arbeite, eine echte 1964er Gibson SG TV (also eine weiße „Junior“) für ca. eine Woche zum Verkauf. Von der Bespielbarkeit war das Original etwas anders als die Billigkopie, weil die TV ein niedrigeres Halsprofil und flachere Bünde hatte. Klanglich allerdings kamen sich das Original und die Billigklampfe erstaunlich nahe – Dynamik, Biss und Wärme in perfekter Balance.

Im Fall der Harley Benton DC-60 Junior scheint die Gleichung „billig = gut“ aufzugehen.

Für sehr wenig Geld bietet einem die DC-60 Junior erstaunlich viel vom echten Charakter einer Gibson SG Junior. Der Klang und die Bespielbarkeit dieser Harley Benton geht absolut in Ordnung. Super!

Testbericht: Arvo Electric Guitar

„Ist es möglich, eine handgemachte finnische Gitarre zu einem Preis anzubieten, den sich ein durchschnittlicher Musiker leisten kann?“

Petri Matero, ein finnischer Gitarrist, bekam diesen Gedanken einfach nicht mehr aus seinem Kopf. Schlussendlich beschloss er der Sache auf den Grund zu gehen. Matero tat sich mit Teemu Korpi von Kanki Guitars zusammen, um zu versuchen, seine Idee in die Tat umzusetzen. Nach einer Menge Brainstorming, und einer Reihe von Prototypen, beschlossen Matero, Korpi und Juha Tolonen – ein in der Schweiz lebender Finne, der einen Boutique-Gitarren-Shop betreibt (Captain Sounds) – eine Firma zu gründen, die die die neue Gitarre an den Mann (und die Frau) bringen soll. Diese Firma heißt Arvo Guitars.

Im Geiste Leos, oder: „Keep it simple!“

Die Arvo Electric Guitar folgt der Grundidee Leo Fenders, Designs möglichst einfach und gradlinig zu halten. Die Arvo (Finnisch für „Der Wert“) ist nicht als vordergründiges Edelinstrument der Boutiqueklasse gedacht, welches dem Kunden eine Fülle von Custom-Optionen zur Auswahl anbietet. Dadurch, dass die Arvo nur in einer sehr begrenzten Auswahl von Farben angeboten wird, und dadurch, dass die drei Tonabnehmertypen, die für die Gitarre erhältlich sind alle die Humbuckermaße als Grundform haben, ist es den Machern möglich, die handgefertigte Arvo zu einem musikerfrendlichen Preis anzubieten.

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Die Arvo Electric Guitar (Grundpreis: 1.240 €) schafft das Kunststück, gleichzeitig frisch und klassisch auszusehen.

Um das Los des Musikers etwas zu erleichtern, wird bei Arvo genau auf das Gewicht der Instrumente geachtet. Alle Arvos wiegen nur um die zweieinhalb Kilo.

Der Korpus wird aus solider finnischer Pappel hergestellt, und hat eine Armabschrägung auf der Vorderseite. Pappel ist ein leichtes und resonantes Holz, welches auch aufgrund seiner gleichmäßigen Oberfläche relativ leicht zu lackieren ist. Die Arvo gibt es in vier Farben – rot, weiß, schwarz und grau.

Der Schraubhals ist aus wunderschönem westafrikanischen Mahagoni. Sein Finish ist offenporig matt gehalten.

Unser Testinstrument, ein Vorproduktionsmodell, hat Stimmmechaniken von Wilkinson, aber die „richtigen“ Serienmodelle werden mit Ratio-Tunern von Graph Tech ausgestattet sein. Der Sattel kommt auch von Graph Tech, und ist aus selbstschmierendem Black Tusq.

Walnuss mag als Griffbrettholz etwas ungewöhlich sein, sieht aber auf der Arvo toll aus. Die Bünde sind exzellent verarbeitet, mit einem besonderen Augenmerk auf extrem runden Bundenden.

Die Arvo ist eine E-Gitarre mit zwei Tonabnehmern. Die handgemachten Tonabnehmer werden in den Typen Humbucker, P-90 und Singlecoil angeboten, auch wenn alle Tonabnehmer von den Außenmaßen Humbuckern entsprechen. Der Kunde/die Kundin kann frei seine/ihre Lieblingskombination wählen.

Ein eventueller Wechsel von einem Arvo-TA-Typ zu einem anderen ist sehr schnell und einfach, da die Tonabnehmer mit Ministeckern, die in den Tonabnehmerfräsungen untergebracht sind, mit dem Rest der Elektronik verbunden sind. Einfach Saiten runter, TA raus und abgesteckt, neuer TA eingesteckt und wieder dran, und zum Schluss die Saiten wieder drauf. Fertig!

Die Brücke und der Saitenhalter mögen wie die üblichen koreanischen Hardware-Teile aussehen, aber sie sind in Wahrheit ResoMax-Teile von Graph Tech. Die ResoMax-Hardwareserie benutzt eine spezielle Metallegierung, von der Graph Tech behauptet, sie sei stabiler und klanglich wesentlich besser, als der traditionelle Zinkguss vieler anderer Hersteller. Ein Zusatzschmankerl sind die eingebetteten kleinen Magnete, die die Brücke und den Saitenhalter auch dann an ihren Plätzen halten, wenn man die Saiten abgenommen hat.

Auch im Hinblick auf die Regler gilt hier „Schlichtheit ist eine Tugend“. Es findet sich ein Telecaster-artiger Dreiwegschalter, ein Master Volume- und ein Master Tone-Regler, die allesamt auf eine schwarze Plastikplatte montiert worden sind.

Die Komponenten sind sauber verlötet, und die Abschirmung des Elektronikfachs ist gründlich ausgeführt.

Die Gitarre wird in einer gepolsterten Gigbag verkauft.

Arvo Guitars gibt dem ursprünglichen Käufer eine lebenslange Garantieauf sein/ihr Instrument. Pro verkaufter Gitarre spendet Arvo Guitars einen Betrag von 50 € auf das Konto der finnischen Sektion von Save the Children.

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Die Arvo Electric Guitar ist tatsächlich federleicht, und, dank ihres guten Designs, trotzdem nicht halslastig.

Weil die Entwickler darauf aus sind, dass die Arvo einen möglichst breiten Zuspruch erfährt, ist nicht nur das Aussehen der Gitarre, sondern auch das Halprofils möglichst klassisch ausgelegt. Wir haben es hier mit einem recht fleischigen C-Profil zu tun, ähnlich einer 1959 Les Paul Standard. So ein Profil ist gut für den Klang, und lässt sich auch sehr gut bei längeren Sessions ohne Ermüdung spielen. Der zwölf Zoll Griffbrettradius und die relativ schmalen, mittelhohen Bünde der Arvo geben der Gitarre ein sehr schnelles und genaues Spielgefühl.

Die resonanten Holzarten und die sehr wertige Graph Tech-Hardware geben der Arvo einen lauten, frischen und forschen akustischen Ton mit einem angenehm komplexen Sustain.

Verstärkt hängt natürlich ein großer Teil des Sounds von den gewählten Tonabnehmern ab: Mit zwei Humbuckern geht es super-cremig zur Sache, während Keef oder Andy Summers vielleicht eher einen Einspuler am Steg wählen würden.

Unsere Testgitarre ist mit zwei P-90ern bestückt, die uns dem saftig-aggressiven Ton von Pete Townshend (Live at Leeds oder Woodstock) oder dem frühen Carlos Santana sehr nahe bringen. Der Hals-TA ist warm und dreidimensional, die Zwischenstellung liefert leicht ausgehöhlten Funk, und der Brücken-TA hat Biss und Draht, ohne jemals zickig oder anstrengend kratzig zu klingen.

Dieser cleane Clip wurde über den lautsprechersimulierten Direktausgang eines Blackstar HT-1R Röhrencombos aufgenommen:

Für den Demosong habe ich meine Juketone True Blood und Bluetone Shadows Jr. Vollröhrencombos mit einem Shure SM57 aufgenommen. Alle Zerrsounds kommen authentisch von den Amps, ganz ohne Pedale. Für den Tremolopart im Song habe ich Bluetones nagelneues Harmonic Tremolo-Pedal eingesetzt.

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Meiner Meinung nach haben Arvo Guitars wirklich das geschafft, was sich Petri Matero und Teemu Korpi zum Ziel gesetzt haben. Die Arvo Electric Guitar ist eine handgemachte finnische E-Gitarre, die zu einem sehr moderaten Preis angeboten wird.

Die Arvo Electric Guitar ist kein Boutique-Zuckerpüppchen, das einen mit seinen äußeren Reizen (Flametop oder ausgefallenen Lackierungen) oder extrem esoterischen Tonabnehmern zu bezirzen versucht. Die Arvo ist ein qualitativ hochwertiges, aber äußerst gradliniges Werkzeug für den aktiven Musiker/die aktive Musikerin. Diese Gitarre will gespielt werden, egal ob live oder im Studio.

Ich fand die Arvo jedenfalls so gelungen, dass ich sie mir gekauft habe.

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Arvo Electric Guitar

Basisversion: 1.240 € (mit Gigbag); Duesenberg Les Trem optional (+ 150 €)

Hersteller: Arvo Guitars

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Plus:

+ finnische Handarbeit

+ gute Verarbeitung

+ exzellente Bundierung

+ Bespielbarkeit

+ Sound

+ günstiger PreisSave

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Produktdemo: Bluetone Ghost

Der finnische Gitarrist Kai Järvinen stellt den nagelneuen Bluetone Ghost vor.

Kai spielt eine Fender Custom Shop 1960 Stratocaster NOS und eine Gibson Custom Shop 1958 Les Paul Standard VOS.

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Bluetone Ghost

• Handgefertigt in Finnland

• Basiert auf einem alten Gibson-Verstärker, dem GA-8 Combo

• Ungefähr 8-10 W Ausgangsleistung

• High- und Low-Eingänge

• Regler für Volume und Tone

• Dreiwegschalter für Negative Rückkopplung/Aus/Booster

• Dreistufige Bluetone OPC-Schaltung

• Single-Ended Endstufe (6V6GT)

• Ein 12-Zoll Celestion Alnico Blue Lautsprecher

Mehr Info unter: http://www.bluetone.fi/ghost/

Testbericht: Bluetone Shadows Reverb Gitarrenkombo

Für viele Gitarristen ist der AC30 von Vox der ultimative Gitarrenamp schlechthin.

Den AC30 – ursprünglich für die Shados entwickelt – kennt man weltweit als den „Beatles-Verstärker“. Über die Jahrzehnte machten unzählige Gitarristen mit dem Komboklassiker Musik. Zu den bekanntesten gehören bestimmt Brian May (von Queen), Rory Gallagher und The Edge von U2.

Trotz ihres legendären Status sind alte Vox AC30s nicht ganz problemlose Verstärker:

Der Kombo ist mit zwei Zwölfzollern bestückt, die in einem recht großzügigen Gehäuse untergebracht sind, was den Klassiker schwer und schwer zu transportieren macht. Alte Originale haben auch keinen Mastervolumen-Regler, weshalb man Zerrsounds nur bei hohen Schalldrücken hervorgelockt bekommt – nichts für Auftritte in kleinen Restaurants oder bei Hochzeitsgigs. Bei alten AC30s sind außerdem alle Röhren – ja, auch die für die Endstufe – beinahe komplett von einem Metallgehäuse eingeschlossen. Das kann unter Umständen zu Hitzestaus führen, was dem Ampklassiker einen unzuverlässigen Ruf eingebracht hat.

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(Foto: Studiofreak/Photobucket)

Die finnische Boutique-Amp-Schmiede Bluetone hat kürzlich einen Kombo herausgebracht, der uns Gitarristen den Sound des Klassikers in kompakter Form offerieren will. Der neue Kombo heißt Bluetone Shadows Reverb, und er beinhaltet eine Reihe technischer Verbesserungen und moderner Detaillösungen.

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Der Bluetone Shadows Reverb (Preis der getesteten Version: 1.950 €) ist ein einkanaliger Vollröhrenverstärker mit Federhall. Der Kombo ist gedacht als moderne, kompaktere Version des „perfekten“ Top-Boost-Kanals.

Der Shadows Reverb läuft in Klasse AB, und bringt es auf eine Ausgangsleistung von 15 bis 30 Watt (abhängig von der Stellung des eingebauten Variac-Schalters).

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Das Kombogehäuse wird aus hochwertigem Sperrholz hergestellt. Der Shadows Reverb ist deutlich kleiner und weniger tief als sein Vorbild aus den Sechzigern.

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Zum größten Teil sind die kompakteren Maße ein Verdienst der kleineren Lautsprecher. Der Bluetone ist mit zwei Celestion Alnico Gold Zehnzöllern bestückt, während das Original zwei Zwölfzöller beherbergt.

Bluetone lässt die Lautsprecher des Shadows Reverb etwa ein dutzend Stunden an einem Oszillator angeschlossen laufen, um den fabrikneuen Lautsprechern ihre anfängliche Starre auszutreiben.

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Dieser Bluetone-Kombo hat drei Röhren des Typs 12AX7, sowie eine 12AT7 in seiner Vorstufe.

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Die Enstufe ist auf vier EL84-Röhren aufgebaut. Der Shadows Reverb ist ein Verstärker mit Kathoden-Bias, weshalb man ihn normalerweise beim Röhrenwechsel nicht neu einzumessen braucht.

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Obwohl der Bluetone Shadows Reverb „nur“ einen Kanal hat, bieted einem dieser Kombo eine erstaunlich breite Palette an verschiedenen Sounds, dank einiger spezieller Features in seiner Endstufe.

Der Shadows Reverb hat zwei Gitarreneingänge – Low und High – für Singlecoil- und Humbuckergitarren.

Der Zweiband-Equalizer ist eine Baxandall-Schaltung – mit ihren typisch-interaktiven Bass- und Diskantreglern. Zusätzlich gibt es noch einen dreistufigen Bass Cut -Schalter, bei dem man zwischen dem grellen Top-Boost-Sound und zwei fetteren Alternativen wählen kann.

Der röhrenverstärkte Federhall klingt einfach super. Der Hallregler lässt sich leicht und genau einstellen – von ganz trocken bis zu manischem Surf-Getöse.

Die Entstufe wird von drei Reglern kontrolliert:

Cut ist ein letzter, allgemein wirkender Diskantfilter.

Bluetone baut seine Master-Volume-Regler hinter dem Phasenumkehrer in die Signalkette ein, also praktisch direkt vor den Lautsprecher. Dies ermöglicht fette Endstufenzerrsounds bei Zimmerlautstärke, mit nur minimalen negativen Auswirkungen auf den Grundsound des Amps.

Wie schon anfangs erwähnt ist im Shadows Reverb auch ein Variac eigebaut. Obwohl der Variac auch die Lautstärke des Kombos senkt, funtioniert er anders als ein Masterregler. Per Variac ändert man die internen elektrischen Betriebsspannungen der Endstufenröhren, was den cleanen Headroom verkleinert und den Kombo stärker komprimieren lässt.

Aufgrund unerwarteten Kundeninteresses musste ich den Bluetone-Kombo leider deutlich früher als erwartet zurückgeben. Glücklicherweise hatte ich schon zwei Demotracks mit dem Shadows Reverb aufgenommen.

Der erste (unverzerrte) Demosong hat zwei Rhythmusgitarren – eine Fender Telecaster (linker Kanal) und eine Kasuga ES-335-Kopie aus den 1970ern (rechter Kanal). Die Sologitarre wurde mit einer Fender Stratocaster eingespielt. Alle Gitarrenspuren wurden mit einem AKG C3000 Kondensatormikro aufgenommen, welches ca. 80 cm vom Kombo entfernt stand:

Der zweite (angezerrte) Demosong ist komplett mit einer Stratocaster (und ohne zusätzliche Pedale) aufgenommen worden. Alle Spuren sind mit zwei Shure SM57 Mikrofonen (close) in stereo aufgenommen worden:

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Der Shadows Reverb von Bluetone ist eine ausgezeichnete Boutique-Amp-Variation des berühmten Vox-AC30-Themas. Wie alle Bluetones wird auch der Shadows Reverb in akribischer Handarbeit in Helsinki hergestellt. Die hohen technischen Standards der Firma spiegeln sich unter anderem im extrem geringen Rauschen und Netzbrummen des Kombos wider.

Dieser Kombo macht einfach Spaß. Der Bluetone Shadows Reverb hat einfach „diesen Sound“, von dem man einfach nicht genug bekommt. Der Bluetone ist nur halb so schwer wie ein AC30, und lässt sich – auch dank seiner geringeren Außenmaße – leicht in einem Kleinwagen verstauen.

Dank des Mastervolumereglers und der Variac-Schaltung macht der Shadows Reverb überall eine gute Figur – egal, ob zuhause, im Studio oder auf der Bühne.

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Bluetone Shadows Reverb

ab 1.700 € (Testversion: 1.950 €)

Hersteller: Bluetone Amps

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Pluspunkte:

+ finnische Handarbeit

+ kompakte Größe

+ reduziertes Gewicht

+ echter Federhall

+ Variac- und Master-Volume-Regler

+ Sound

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Videoclip: J. Leachim Jazzcaster

Kontakt: J. Leachim Music

J. Leachim ist eine finnische Gitarrenmarke, die auf Fender-inspirierte Gitarren und Bässe, häufig mit Relic-Finishes, spezialisiert ist.

Die J. Leachim Jazzcaster ist eine interessante Mischung aus verschiedenen Designelementen:
Das Modell hat einen Eschekorpus im Jazzmaster-Look, einen modernen Telecaster-Hals, und ist mit zwei Filtertron-Humbuckern der Firma TV Jones bestückt (Hals: TV Classic; Brücke: PowerTron).